VVN-Saar fordert Hausverbot für die AfD an allen saarländischen Schulen

9. Mai 2024

Zum 8. Mai 2024 wendet sich die Landesvorsitzende der VVN-BdA Saar, Nicole Schuh, in einem offenen Brief an die Kultusministerin, Christine Streichert-Clivot, als Schulaufsichtsbehörde sowie den Regionalverbandsdirektor und die Landrät:innen im Saarland als Schulträger der weiterführenden Schulen: Nachdem Gliederungen und Funktionäre der AfD im Saarland mehrfach offen mit rechtsextremen, verfassungsfeindlichen Positionen auftreten, die in Potsdam von Rechtsextremisten beratenen Deportationsspläne eine Bedrohung für Millionen Bürger:innen in Deutschland offenbaren und in den vergangenen Tagen mehrfach Menschen von Gewalttätern aus dem AfD-Umfeld körperlich angegriffen worden sind, fordert die VVN ein Hausverbot für die AfD an allen saarländischen Schulen.

Schulrucksack mit Satz in Kinderschrift: Ich will keine Nazis in meiner Schule.

In ihrem Brief schreibt Nicole Schuh, dass Schulen Lern- und Lebensorte sein sollen, an denen zivilgesellschaftliches und demokratisches Engagement erlernt und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden. Deshalb müssten Schulen sichere Orte sein für Schüler:innen, die rassistischer, antisemitischer oder islamophober Bedrohung und Diskriminierung ausgesetzt sind. Insbesondere bei den bevorstehenden an junge Wähler:innen adressierten Wahl-O-Mat-Veranstaltungen zur Europawahl dürfe der AfD und Politikern wie dem AfD-Landesvorsitzenden Carsten Becker und dem Vorsitzender der Jugendorganisation JA, Nicolas Benyoucef, keine Plattform für rassistische, antisemitische und antidemokratische Positionen gegeben werden.

Die VVN fordert deshalb ein Hausverbot für die AfD an saarländischen Schulen – sowohl für die Teilnahme an schulischen Veranstaltungen als auch für die Nutzung von schulischen Räumen, Hallen und Plätzen.

Hier findest du das Schreiben der VVN an Ministerin Christine Streichert-Clivot, die Schulträger sowie die Schulen und Schülervertretungen.

Befreiung feiern statt Militär verherrlichen – VVN fordert: 8. Mai als bundeseinheitlicher Feiertag!

30. April 2024

Mit dem „nationalen Veteranentag“ soll die „Zeitenwende“ sichtbar gefeiert werden – ohne uns!

Mit den Stimmen der „Ampel“ und der CDU hat der Bundestag nun einen „nationalen Veteranentag“ beschlossen, mit dem der besondere Einsatz des Personals in Uniform gewürdigt werden soll: Künftig soll jedes Jahr am oder um den 15. Juni in der Nähe des Reichstags mit einem „Volksfest“ das Militär gefeiert werden. Geht’s noch geschmackloser?

Seit Jahren wirbt die Bundeswehr mit dem Slogan „Mach, was wirklich zählt“ und verklärt damit auf Plakatflächen aller Größen die Ausbildung zum Töten und Sterben zur Sinnstiftung. Wer in Uniform öffentliche Verkehrsmittel nutzt, zahlt nichts – das „Grünzeug“ soll Teil unseres Alltags werden. Der kriegstüchtige Verteidigungsminister pfeift auf das Primat der Politik, indem er sich bei jedem seiner Truppen-Besuche selbst in Uniformteile hüllt. Schulen und Ausbildungsmessen werden zum Rekrutierungsfeld für Minderjährige …

Trotzdem bleibt der Zustrom zur Truppe erfreulich unterhalb der Zielmarke, so dass mit unschöner Regelmäßigkeit mit der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht, diesmal für alle Geschlechter, gewinkt wird.

Jetzt also der „Tag der Veteranen“… Endziel „Heldengedenktag“?

Wir setzen dagegen: Der 8. Mai muss Feiertag werden.

Es ist der Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime und vom deutschen Militarismus gefeiert werden kann! Aber eben auch ein Tag, an dem wir uns an mehr als 55 Millionen Tote erinnern, die nicht zuletzt den deutschen Soldaten und Generälen, die nach Vernichtungskrieg und Völkermord „ihre militärische Karriere in der Bundeswehr fortgesetzt haben“, zum Opfer gefallen sind. Ein Tag der uns verpflichtet, der Neuauflage von Militarismus und „Kriegstüchtigkeit“ entschieden entgegenzutreten. Jeden Tag!

Interview mit unserem Ehrenvorsitzenden Horst Bernard

5. März 2024

Unser Ehrenvorsitzender Horst Bernard spricht mit Sophie Radix über die aktuelle Bewegung gegen Rechtsextremismus in der Saarbrücker Zeitung vom 04.03.2024.

Das ganze Interview nachzulesen unter https://rp-sz-epaper.s4p-iapps.com/artikel/1011250/30309317#

Horst Bernard war jahrelang Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Er unterstützt zudem die Gedenkarbeit am ehemaligen Gestapolager Neue Bremm in Saarbrücken und begleitete Fahrten in das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof.

Veranstaltung der VVN-BdA Saar zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Faschismus am 27.01.2024

30. Januar 2024

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Zwei Personen halten ein Transparent auf dem steht "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!" vor der Gedenktafel am sogenannten Löschteich des ehemaligen Gestapo-Lagers Neue Bremm. Blumen und eine Kerze schmücken die Gedenktafel.

Am 27.01.2024, dem Nationalen Gedenktag für die Opfer des Faschismus legte die VVN/Bund der Antifaschisten an der Gedenkstätte Neue Bremm ein Blumengebinde nieder. „Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen“ – so die Mahnung auf der angehefteten Schleife. 30 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Rede von Nicole Schuh. Sie erinnerte an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 79 Jahren, in dem unzählige Menschen misshandelt, erniedrigt, gequält und ermordet wurden. Auch im Gestapo-Lager Neue Bremm starben die Häftlinge an Hunger, Krankheiten, Folter und Erschöpfung. „Wir müssen verhindern, dass die Faschisten, insbesondere ihr parlamentarischer Arm – die AFD – Regierungsmacht erlangen“, so Nicole Schuh. Ein Appell, den die Anwesenden mit Beifall quittierten.

Gegen die AfD – an jedem Tag!

25. Januar 2024

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Wir, die VVN-BdA Saar, rufen zusammen mit einem breiten Bündnis aus antifaschistischen Gruppen, Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Parteijugendorganisationen und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zur Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung am 26.01.2024 auf. Der Gegenprotest startet um 17:30 Uhr am Landwehrplatz und endet mit einer Kundgebung am Schloss in Saarbrücken.

Alle zusammen gegen den Faschismus!

Unter dieser Parole haben sich allein in Saarbrücken letztes und dieses Wochenende mehr als 15000 Menschen versammelt. Menschen, die genug haben von Rassismus, von Antisemitismus, von Menschenfeindlichkeit. Menschen, die genug haben von der AfD. Es ist ein Lichtblick in Zeiten eines weltweiten Rechtsrutschs, dass bundesweit hunderttausende auf den Straßen waren und klar gemacht haben: „AfD – ihr kotzt uns an“.

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Pressemitteilung: NS-Verherrlichung in Budapest stoppen!

24. Januar 2024

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Fahrt am 10. Februar mit uns nach Budapest, um dort gegen das Heldengedenken international vernetzter Faschist*innen zu protestieren!

Am 10. Februar 2024 wollen Neonazis aus aller Welt wieder ihr NS-verherrlichendes »Heldengedenken« in Ungarns Hauptstadt Budapest durchführen. Im Februar 1945 orderte Karl Pfeffer-Wildenbruch als SS-General seine Gefolgschaft an, aus der belagerten Stadt auszubrechen – ein naiver Versuch, nur wenige Soldaten überlebten die anschließenden Kämpfe. Was die extrem rechte Szene nicht davon abhält, den faschistischen General und seine Ergebenen mit ihren jährlichen Aufmärschen zu verehren.

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Unsere Beiträge zum Gedenken an 85 Jahre Novemberpogrom

15. November 2023

Anlässig des Gedenkens an den traurigen Jahrestage des Novemberpogrom haben wir von der VVN-BdA Landesvereinigung Saar am 9. November 2023 am Standort der ehemaligen Synagoge in der Innenstadt von Saarbrücken eine Mahnwache abgehalten. Es folgten über 50 Personen unserem Aufruf zur Mahnwache. Neben einer Rede, die unsere Vorsitzende gehalten hat, wurde auch eine Tonaufnahme einer unbekannten jüdischen Zeitzeugin abgespielt, die den Brand der ehemaligen Synagoge in der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 beschreibt. Ebenso wurde auch eine Schweigeminute abgehalten, in der an die Opfer der antisemitischen Pogrome gedacht wurde.

Am Sonntag, den 12.11.23 fand unter unserer Beteiligung im Café Kosmos der Commune Saarbrücken ebenso ein Konzert zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht statt. Neben der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen Landesvereinigung Saar haben die Antifa Saar / Projekt AK, das Bündnis Genug ist genug Saarland und die Linksjugend Saar die Veranstaltung unterstützt.
Musikalisch bestritten wurde der Abend von den Musiker_innen Sigi Becker, Thomas Hagenhofer, Daniel Osorio, Amei Scheib und dem Chor Rote Concordia. Dem Publikum wurden passend zum Anlass jiddische, politische und antifaschistische Lieder dargeboten. Auch auf dieser Veranstaltung wurde uns die Möglichkeit gegeben, eine kurze Rede zu halten.

Sog nischt kejnmol as du gejst dem letstn weg

4. November 2023

"Sog nischt kejnmol as du gejst dem letstn weg"
Bild eines Davidsterns, darunter
"Konzert zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht
Sonntag, 12.11.23 18 Uhr
Kosmos, Futterstraße 4, 66111 SB
Antifaschistische Lieder von Rote Concordia, Amei Scheib, Daniel Osorio, Sigi, Becker und Thomas Hagenhofer
Eine Veranstaltung der Commune Saarbrücken
Eintritt frei, Spendensammlung für die Commune"

Im Kosmos der Commune Saarbrücken wird ein Konzert zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht veranstaltet mit Unterstützung von Antifa Saar / Projekt AK, Genug ist genug Saarland, Linksjugend Saar und uns, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen Landesvereinigung Saar.
Stattfinden wird das Konzert am Sonntag, den 12.11.23 um 18 Uhr im Kosmos, Futterstraße 4, 66111 Saarbrücken.
Von Rote Concordia, Amei Scheib, Daniel Osorio, Sigi, Becker und Thomas Hagenhofer werden antifaschistische Lieder anlässlich des Erinnerns an die antisemitischen Novemberpogrome im ganzen deutschen Reichsgebiet vorgetragen.

Der Eintritt ist frei, jedoch sind Spenden für die Commune willkommen.

85 Jahre Novemberpogrom

1. November 2023

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Gedenken an das Novemberpogrom, auch als Reichspogromnacht bekannt, in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 in Saarbrücken.

Anlässig des traurigen Jahrestages der Novemberpogrome werden wir von der VVN-BdA Landesvereinigung Saar am Donnerstag, den 09.11.2023 ab 18 Uhr am Standort der ehemaligen Synagoge, Ecke Futterstraße/Bahnhofstraße, in der Innenstadt von Saarbrücken eine Mahnwache (Dauer ca. 1,5 Std.) abhalten.

Die Novemberpogrome von 1938 steigerten den vorherrschenden Antisemitismus zur Existenzbedrohung für die jüdischen Menschen im ganzen Deutschen Reich. So wurden im gesamten Reichsgebiet mehrere hundert Jüd*innen ermordet, um die 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige jüdische Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden gestürmt und zerstört. Ab dem 10. November folgten Deportationen von jüdischen Menschen in Konzentrationslager.

Alle Antifaschist*innen sind aufgerufen an unserer Mahnwache teilzunehmen!

Wir wollen dieser antisemitischen Novemberpogrome gedenken und mahnen: Nie wieder!

Bericht einer Zeitzeugin über den Brand der Saarbrücker Synagoge:
„Die SA-Leute steckten dann die Fackeln an und trieben die Juden mit den brennenden Fackeln in die Synagoge. Sie schlugen mit Peitschen auf die Juden ein und mit Gewehrkolben auf die Köpfe der Armen. Aber meistens haben sie die Juden geboxt, mit Händen geschlagen und mit Füßen getreten, so dass manche von ihnen sogar umgefallen sind. Es standen auch viele Leute dabei.

Alte Synagoge in Saarbrücken, vor der Pogromnacht, unten links im Bild berittene Polizei.
Brennende alte Synagoge in Saarbrücken, in der Pogromnacht, unten im Bild Zuschauende und Feuerwehr.

Auf einmal gab es einen furchtbaren Knall, wir waren inzwischen wieder ins Haus gerannt und saßen bei unserer Mutter in der Küche. Der Knall war so fürchterlich, dass die Fensterscheiben in unserem Zimmer zur Straße hin zerplatzten. Als wir dann aus den Fenstern sahen hat’s schon gebrannt. Die Synagoge hat gebrannt, lichterloh. Die Feuerwehr hat das Feuer nicht gelöscht.

Die haben nur drum herum gespritzt, von der linken Seite und von der rechten Seite, weil vis-à-vis gleich das große Eckhaus stand, die wollten nur die anliegenden Häuser schützen.

Später wurde die Synagoge abgerissen. Es war da nur noch ein leerer Platz, auf dem wir als Kinder immer spielten.“
Historischer Zeitzeugenbericht aus: Hans Eckert, „Die Visionen des Aaron von Illingen“, Ottweiler 1998

VVN-BdA solidarisch mit den Opfern des antisemitischen Massakers

15. Oktober 2023

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Die Stellungnahme unserer Bundesvorsitzenden der VVN-BdA Cornelia Kerth und Florian Gutsche zu den Gräueltaten der islamistischen Hamas und ihrem Angriff auf jüdische Israelis.

Wir sind in tiefer Trauer über die vielen Toten der letzten Tage und die grauenhafte Gewalt, die diese Woche überschattet. 700 Frauen, Kinder und Männer wurden in ihren Wohnungen hingerichtet, entführt, vergewaltigt und durch die Straßen gezerrt.

Wir verurteilen den Terror der islamistischen Hamas und den Antisemitismus, der sich in diesen Tagen – nicht nur im Nahen Osten – Bahn bricht. Wer die Gewalttaten der letzten Tage „feiert“, sich über den Tod hunderter Menschen freut und ihn als „Befreiung“ tituliert, stellt dadurch seine Menschenverachtung zur Schau. Wir sind in Gedanken bei allen Menschen in Israel und in Gaza, die bei Bombenangriffen getötet und verletzt wurden. Unsere Anteilnahme gilt auch jenen, deren Angehörige und Freund*innen sich derzeit in der Gewalt der Hamas befinden.

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